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Objekt des Monats April 2013

„Kaminhund“

Herkunft und Datierung: England, 19. Jhd. 

Material: Porzellan

Inv.-Nr.: HMR 3924

Auf den ersten Blick erscheint diese Hundefigur als harmloser und etwas kitschiger Tisch- oder Kaminschmuck, wie man ihn oftmals paarweise in Wohnräumen älterer Generationen antrifft. Der Hund aus Porzellan stammt jedoch ursprünglich aus England und wird auch „Kapitänshund“ oder „Puffhund“ genannt, weil er, was die wenigsten wissen, eine ganz besondere Bedeutung hatte. Da in England im 19. Jahrhundert unter Queen Victoria (Regierungszeit 1837-1901) die Prostitution offiziell verboten war, mussten sich die „leichten Mädchen“ etwas einfallen lassen, um ihr Gewerbe diskret weiterführen zu können. So stellten sie Porzellanhunde in die Fenster und signalisierten damit, ob sie gerade „frei“ waren und Besuch empfangen konnten. Saß der Hund mit dem Gesicht zum Fenster, wussten die Seeleute, die zu den häufigsten Kunden der Damen in den englischen Hafenstädten zählten, dass sie willkommen waren. Wenn nicht, drehte ihnen der Hund den Rücken zu. Viele solcher Hunde gelangten nach Deutschland, indem die Seeleute sie ihren Ehefrauen als „Souvenir“ von ihren Reisen mitbrachten, natürlich ohne die wahre Bedeutung und Herkunft zu verraten. So wanderten die Hunde von der Fensterbank der Bordelle auf den Kaminsims der kleinbürgerlichen Wohnzimmer. 

Heute sind solche Porzellanhunde beliebte Sammlerstücke, ob mit oder ohne dem Wissen um ihre wahre Herkunft. Wie er ins Museum kam, lässt sich leider nicht mehr feststellen.

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