Brautkrone
Messingblech, ölvergoldet
Durchmesser ca. 11 cm
Herkunft und Datierung: Christkirche Rendsburg, 18. Jahrhundert
Inv.Nr. 2645a
Die hier gezeigte Brautkrone aus ölvergoldetem Messing hat 5 senkrechte Schilde, die in ihrer Form an Eichenblätter erinnern. Jedes der Schilde ist kunstvoll mit floralen Motiven und geschwungen eingefassten, glitzernden Steinchen verziert, in deren Mitte jeweils ein großer Glasstein in Rot, Grün oder Blau sitzt, ebenfalls eingefasst.
Die Krone aus dem 18. Jahrhundert war im Besitz der Rendsburger Christkirche und wurde bei Hochzeiten an (jungfräuliche) Bräute verliehen, die sich ein solch teures Schmuckstück selbst nicht leisten konnten. Die Ausleihgebühr richtete sich nach dem Wert der Krone. Nutznießer waren im Allgemeinen der Pastor oder ein anderer Kirchenbeamter. Wie die Verhältnisse in der Rendsburger Christkirche waren, ist nicht überliefert; bekannt ist nur, dass hier der Organist das Privileg der Ausleihe eines Taufzeugs hatte. Brautkronen gab es in allen Gegenden Deutschlands sowie in Skandinavien, Serbien und anderen Ländern Europas. Im Trachtenwesen finden sich ähnliche Kopfbedeckungen für Frauen.
Die Brautkrone galt des Weiteren als Symbol der Unberührtheit und wurde von Seiten der staatlichen Obrigkeit auch als Mittel eingesetzt, um auf die Tugend und das sittliche Verhalten der Bräute Einfluss zu nehmen.
Als Abwandlung dienten dem gleichen Zweck Kränze aus Blumen oder ein sogenanntes Schappel oder Schäppel, das ebenfalls reich verziert war mit Steinen, Perlen, Goldschnüren und Borten.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Krone durch einen grünen Kranz aus Blättern ersetzt, den die Braut bei der Hochzeit trug.
