Fotografie zur Erinnerung an die Mobilmachung 1914
Herkunft und Datierung: Rendsburg, 1914
Material: Papier
Inv.-Nr.: Nicht vergeben
Am 01. August 1914, also vor genau 100 Jahren, gab Wilhelm II. den Befehl zur Mobilmachung des deutschen Heeres und der deutschen Flotte. Ein Tag später folgte die Kriegserklärung an Russland. Der Erste Weltkrieg hatte begonnen.
Im gesamten Kaiserreich kam es nach Bekanntwerden der Mobilmachung von zwei Millionen Soldaten zu öffentlichen Freudenbekundungen, die als Augusterlebnis in die Geschichtsbücher eingegangen sind. In der Öffentlichkeit verbreitete sich ein Selbstbild von Kraft und nationaler Geschlossenheit.
Auch in der Garnisonstadt Rendsburg zeigte sich die Bevölkerung im August 1914 voller Begeisterung. In der Lokalpresse erschien beispielsweise unter dem Titel „Auf dem Bahnhof“ ein Gedicht in dem es heißt:
„Es rollen die Räder. Hin fliegt der Zug. Soldaten, Soldaten übergenug! Und immer neue bei Tag und Nacht - Entgegen dem Kampf, entgegen der Schlacht: Ran an den Feind! […] Wohin wir fahren? Ort unbekannt, Bloß für Kaiser und Reich und Heimatland: Ran an den Feind!“
Zu den besungenen Soldaten gehörten auch Oberstleutnant v. Pannewitz und seine Kameraden vom Bezirkskommando Rendsburg. Jene 17 Mann vom Erinnerungsfoto, die 1914 für „Kaiser, Reich und Heimatland“ in den Krieg zogen.
Der Erste Weltkrieg endete 1918 mit einer schrecklichen Bilanz: schätzungsweise 8,5 Millionen Gefallene und über 21 Millionen Verwundete, unter ihnen auch unzählige Rendsburger. Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg stehen noch heute zahlreiche Denkmäler in Rendsburg.
