Ein Zylinder inklusive Hutschachtel ist das neuste Objekt in unserer Sammlung. Im letzten Monat stand die Hutschachtel im Fokus. Nun soll der Zylinder betrachtet werden: Der Zylinder ist ein klassischer harter Glanzzylinder, dessen Oberfläche mit langflorigem Samt bezogen ist. Die Seiten sind nach innen gewölbt, hat also eine konkave Form. Auf der Innenseite ist ein Emblem mit zwei Löwen, einer Krone und der Beschriftung „Mode“ zu sehen. Weiter ist die Herkunft des Hutes zu lesen: „J. Schröder, Hutfabrik, Rendsburg“.
Der Zylinder ist als Hut schon seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert bekannt. Traditionell wurde er aus Biberhaar gefertigt, im 20. Jahrhundert wurde er hauptsächlich aus Haarfilz produziert. Getragen wurde er vor allem von Angehörigen des Bürgertums. Bekannt ist er jedoch auch durch Reitsport, Kaminfeger, Hochzeiten oder Zauberer. Kopfbedeckungen im Allgemeinen wird eine gesellschaftliche Symbolik zugeschrieben: je nach Kopfbedeckung konnte erkannt werden, zu welcher gesellschaftlichen Schicht man gehörte. Die einfachste Kopfbedeckung mag die Haube oder ein Kopftuch sein. Zum Beispiel deuteten die verhüllten Haare einer Frau im Mittelalter darauf hin, dass sie verheiratet war.
Noch einmal zurück zum Zylinder: Eine Variante des Zylinders ist der Chapeau Claque: ein Zylinder aus Seide mit einem Gestell aus Metall, der sich zusammenfalten ließ. Diese Funktion machte den schwarzen Hut besonders alltagstauglich.
Welche bekannte Persönlichkeit fällt Ihnen ein, die mit dem Tragen eines Zylinders in Verbindung gebracht wird? Vielleicht Abraham Lincoln? Marlene Dietrich? Slash von Guns N‘ Roses?... In Rendsburg können hier definitiv die Gilden genannt werden!
