Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Bei unserem Objekt des Monats Juni 2020 handelt es sich um einen Kompass.
Der Kompass ist eines der wichtigsten Instrumente im Bereich der Navigation.
Die Geschichte des Kompasses geht zurück bis in die Antike, als man herausfand, dass sich Splitter des Magneteisens Richtung Norden drehen. Bis sich aus dieser Erkenntnis jedoch die erste echte Kompassform, der sogenannte „Nasskompass“, entwickelte, vergingen noch Jahrhunderte.
Die Benutzung eines solchen Kompasses ist in Europa erstmals auf das Mittelalter datiert. Dabei wurde eine Nadel magnetisiert und diese dann auf einer mit Wasser gefüllten Schale treiben gelassen. Dieser Kompass kam vor allem in der Schifffahrt des Mittelmeerraums zum Einsatz. Da viele Matrosen fürchteten, dass die Kirche den Kompass als Hexerei einstufen könnte, versuchte man jedoch die Existenz möglichst geheim zu halten. Dadurch war der „Nasskompass“ bis dahin eine Seltenheit.
Durchsetzen konnte sich der Kompass in Europa erst im 13. Jahrhundert. Man entwickelte ihn weiter zum sogenannten „Trockenkompass“. Der Form, die wir auch heute noch benutzen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, war die Kompassnadel hier in einem Gehäuse verankert und trieb nicht länger in einer Wasserschale. Dies führte dazu, dass der Kompass leichter zu handhaben war und gleichzeitig genauer funktionierte.
Seitdem wurde der Kompass immer weiterentwickelt und ist auch heute noch ein elementares Navigationselement, sowohl in der Schifffahrt als auch in der Luftfahrt.
Unser Kompass hat einen Durchmesser von 7,3 cm und besitzt einen hölzernen Rahmen.
Er stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde in Paris gefertigt.
Das Objekt ist seit den 1950er Jahren ein Teil unseres Magazins und trägt die Inventarnummer 4115.
Während des Rendsburger Rathausbrandes vom 02.03.1973 wurde der Kompass beschädigt, jedoch später erfolgreich aufgearbeitet.
