Stereo-Bildbetrachter
Material: Holz, Pappe, Glas, Eisen
Herkunft und Datierung: Rendsburg/Dänemark, um 1880
Inventar-Nr.: HMR 8905
Mit Hilfe dieses Apparates konnte man bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ein sogenanntes „Raumbild“ erzeugen (umgangssprachlich auch als 3D-Effekt bezeichnet), das durch die spezielle optische Anordnung zweier Fotos bzw. eines Doppelfotos erreicht wird. Der Trick dieser Stereoskopie besteht darin, dass die beiden Bilder jeweils aus zwei leicht unterschiedlichen Betrachtungswinkeln aufgenommen wurden und somit das linke und das rechte Auge des Betrachters unterschiedliche Bilder sehen. Das Gehirn setzt beide Bilder zusammen, so dass ein einzelnes Bild entsteht, welches einen Bildraum suggeriert, der in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.
Das von August Fuhrmann entwickelte sogenannte Kaiserpanorama, ein Rundlauf-Stereobetrachter, bei dem mehrere Personen gleichzeitig die Bilder ansehen konnten, war um 1900 ein populäres Massenmedium (siehe Abbildung: Kaiserpanorama im Wiener Prater um 1880) und kann als ein Vorläufer des Kinos bezeichnet werden.
Zu dem hier gezeigten Stereo-Bildbetrachter gehören insgesamt 24 dieser Doppelfotos (aus technischen Gründen ist hier jedoch nur eins zu sehen). Sie werden auf einen Rahmen gesteckt und durch zwei kleine Glasscheiben betrachtet, eine für jedes Auge. Die Motive dieser Bilder reichen von Familienfotos über Naturaufnahmen bis zu Ansichten verschiedener Städte und Metropolen in Europa und den USA.

