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Objekt des Monats Mai 2022

Dieser Handhobel aus Holz ist ein Neuzugang in unserer Sammlung. Im Januar dieses Jahres wurde er dem Museum geschenkt.
Der Hobel besteht aus einem Hobelkasten bzw. Hobelkörper und einer Hobelnase. Weitere Teile wie Keil und Eisen fehlen. Die Hobelnase befindet sich am vorderen Teil des Kastens und lässt sich aus dem Hobelkörper herausschieben. Auf der Innenseite der Hobelnase, die im zusammengesteckten Zustand nicht sichtbar ist, steht geschrieben: J. Pauwels, Belgien 28/1/42. Auf dem Hobel ist das Signet der Carlshütte aus Büdeldorf, bestehend aus zwei sich überkreuzende Hammern gerahmt mit den Buchstaben „C“ und „H“, eingebrannt. An der Spitze der Hobelnase ist ein Stück abgebrochen. Der Zustand des Hobels und die Abnutzungsspuren am Holz zeigen an, dass dieser häufig in Benutzung war.
Der Vorbesitzer konnte uns leider nicht viel zu diesem Objekt mitteilen. Wir vermuten, dass es sich bei dem Besitzer, J. Pauwels, um einen Zwangsarbeiter aus Belgien handelte, der in der Carlshütte während des Zweiten Weltkriegs gearbeitet hat. Dieser kennzeichnete den Hobel an einer nicht sichtbaren Stelle als Erinnerung, Besitzanzeige oder Verewigung.
Und wieso blieb der Hobel in Rendsburg? Auch hier haben wir eine Vermutung. Ab 1945 wird der Belgier als sog. „Displaced Person“ wohl zurück in seine Heimat gegangen sein und wird sich entweder bewusst gegen die Mitnahme und damit die Erinnerung an seine Zeit in Rendsburg entschieden haben oder er hat den Hobel schlichtweg vergessen.
Gegründet 1827 vom Kaufmann Marcus Hartwig Holler (1796-1858), war die Carlshütte das erste Industrieunternehmen in Schleswig-Holstein. Innerhalb und außerhalb von Büdelsdorf lebten Anfang der 1940er-Jahre ca. 2.250 Arbeitskräfte aus verschiedenen Nationen, die vor allem für die Carlshütte als Zwangsarbeiter arbeiten mussten. 

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