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Objekt des Monats Oktober 2012

Zigarettenschachtel Chesterfield KING

Herkunft und Datierung: USA / Rendsburg, ca. 1950

Material: (Staniol-)Papier, Kunststoff, Tabak 

Inventarnr.: HMR 9352

Diese Zigarettenschachtel der Marke Chesterfield KING (originalverpackt) steht beispielhaft für den aufkommenden Handel mit Zigaretten auf dem Schwarzmarkt in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Die Versorgung mit Lebensmitteln nach dem Krieg war chaotisch. Schnell bildete sich ein Schwarzmarkt für Güter, die legal nur schwer zu bekommen waren. Zigaretten gehörten dazu und entwickelten sich trotz offiziellen Verbots des Schwarzmarktes zu einer beliebten „Währung“, mit der zwischen den Besatzungssoldaten und der deutschen Bevölkerung gehandelt wurde. Zu den Gütern, die mit der Zigarettenwährung erworben werden konnten, zählten neben Lebensmitteln auch jegliche Notwendigkeiten des täglichen Gebrauchs. 

Ein norwegischer Wehrpflichtiger, der im Rahmen der „Tysklandsbrigade“ zwischen 1948 und 1953 in Rendsburg stationiert war, bekam pro Woche 50 Zigaretten und konnte sich von seinem Sold noch einige zusätzlich kaufen. Auf der Straße hatte eine Zigarette den Wert von 7-10 Reichsmark.  Das entspricht einer heutigen Kaufkraft von über 30 Euro.  

Die Marke Chesterfield wurde ursprünglich von der Drummond Tobacco Company of St. Louis im US-Bundesstaat Missouri entwickelt. 1873 wurde sie von der Liggett & Myers Tobacco Company (L&M), dem damals größten Kautabak-Produzenten der USA, übernommen und entwickelte sich im Zuge der maschinellen Verarbeitung zu einer der beliebtesten Zigarettenmarken in den USA. Die Popularität erreichte in den 1950ern ihren Höhepunkt, als Humphrey Bogart und James Dean sie zu ihrer Lieblingsmarke erkoren und der spätere US-Präsident Ronald Reagan Werbung für die Marke machte. Seit 1998 wird Chesterfield von Phillip Morris hergestellt.

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