Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene und interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unser Objekt des Monats ist eine Kanonenkugel, aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist komplett aus Eisen, ca. 11cm im Durchmesser und trägt die Inventarnummer 7952-1.
Das Militär und die Stadt Rendsburg waren für über 350 Jahre eng miteinander verbunden. Als Garnisonsstadt war Rendsburg sowohl unter dänischer, als auch unter preußischer Herrschaft ein wichtiger Heeresstandort. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, 1618-1648, wurde die Stadtverteidigung von den Dänen ausgebaut und die Truppenzahl verstärkt.
Mit der Erweiterung zum Bollwerk, wurden auch große Mengen an Waffen und Munition in Rendsburg eingelagert. Zur Verteidigung der Stadt wurden Kanonen auf den Wällen positioniert und um deren Effektivität zu gewährleisten, wurde innerhalb der Stadt eine Munitionsfabrik mit Munitionslager errichtet.
Am 7. August 1850 geschah in dieser Fabrik, dem sogenannten Laboratorium, welches auf einem Eiland in der Eider gelegen war, der bis heute schwerste Unfall der Stadtgeschichte. Zwei Explosionen sorgten dafür, dass über 100 Personen ihr Leben verloren. Gleichzeitig wurden die Kanonenkugeln, welche im Laboratorium aufbewahrt wurden, durch die Wucht der Explosion in die bewohnten Stadtteile geschleudert. Durch diese umherfliegenden Geschosse blieb kaum ein Haus unversehrt.
Noch heute werden gelegentlich solche Kanonenkugeln bei Tiefbauarbeiten innerhalb der Stadt gefunden. Außerdem erinnert ein Denkmal auf dem Garnisonsfriedhof an die Tragödie des Laboratoriums und seine Opfer.
Das Objekt kann noch diesen Monat im Eingangsbereich unserer Museen im Kulturzentrum angesehen werden.
