Care Paket
Material: Pappe, Metall (Klammern)
Maße: 20 x 33 x 33 cm
Herkunft und Datierung: USA / Westerrönfeld, um 1946
Inv. Nr.: 9498
Das hier gezeigte sogenannte Care Paket war eins von mehreren Millionen Hilfspaketen, die ab 1946 im Rahmen eines Hilfsprogrammes von den USA nach Deutschland (und in andere europäische Länder) verschickt wurden, um die Bevölkerung in den stark zerstörten Gebieten mit den wichtigsten Nahrungsmitteln zu versorgen und so eine Hungersnot zu verhindern.
Die private Hilfsorganisation CARE („Cooperative for American Remittances to Europe“) koordinierte den Versand der Pakete, die ab August 1946 zunächst im Hafen von Bremen eintrafen und von dort aus weiterverschickt wurden. Die sowjetische Besatzungszone wurde dabei ausgespart. Ein Paket kostete 15 Dollar (finanziert aus Spenden der US-amerikanischen Bevölkerung) und enthielt die notwendigste Nahrung für eine Person für drei bis vier Wochen.
Zur Grundausstattung eines Standard-Care Pakets gehörten:
500g Rindfleisch in Kraftbrühe, 500g Steaks und Nieren, 250g Leber, 250g Corned Beef, 375g „Prem“ (Fleisch zum Mittagessen), 250g Speck, 1kg Margarine, 500g Schweineschmalz, 1 kg Zucker, 500g Honig, 500g Schokolade, 500g Aprikosen-Konserven, 250g pulverisierte Eier, 1kg Vollmilch-Pulver, 1kg Kaffee, 500g Rosinen.
Insgesamt betrug der Nährwert eines solchen Care Pakets in etwa 40.000 Kilokalorien. Für viele Menschen im zerbombten Deutschland war es die Rettung aus der Not, da es in der Nachkriegszeit an allem mangelte, besonders aber an Nahrungsmitteln. Als Symbol der Hoffnung hat es sich bis heute ins Bewusstsein der (Nachkriegs-)Bevölkerung eingegraben.
Unser Paket wurde, wie die handschriftliche Notiz auf zwei Seiten zeigt, als Aufbewahrungskarton für Schulhefte genutzt. Daher weist es teilweise starke Gebrauchsspuren auf. Es wurde bei Aufräumarbeiten auf einem Dachboden in Westerrönfeld gefunden.
