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Objekt des Monats September 2014

Speisekarte: Milchbar am Jungfernstieg

Herkunft und Datierung: Rendsburg, 1960er Jahre

Material: Papier

Inv.-Nr.: Nicht vergeben

Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg vorbei. Für viele Menschen hatte das Leid aber noch kein Ende. Millionen Menschen waren auf der Flucht aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ein großer Strom von Flüchtlingen und Vertriebenen kam auch nach Rendsburg.

Die ersten kamen schon während des Krieges in die Stadt. Sie waren zum größten Teil aus Hamburg, das durch Bombenangriffe stark zerstört worden war, geflüchtet. Nach Kriegsende kamen tausende Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten hinzu, so dass 1946 mehr Flüchtlinge als Einheimische im Kreis Rendsburg lebten.

Viele der Flüchtlinge blieben in Rendsburg, so auch Eva Haarhaus. Am 14.12.1910 in Brandenburg an der Havel geboren, kam sie nach Kriegsende als Flüchtling nach Rendsburg. Sie zählte zur Flüchtlings-Gruppe A, denn sie hatte vor 1938 in den deutschen Ostgebieten gelebt. Binnen weniger Jahre baute sie sich in Rendsburg eine neue Existenz auf. Zwischen 1955 und 1967 betrieb sie am Jungfernstieg die beliebte Milchbar. Viele Rendsburger erinnern sich immer noch gerne an das Lokal am Jungfernstieg, das es seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gibt.

Die Geschichte von Eva Haarhaus und ihrer Milchbar ist nur eine von vielen, die zeigt, dass Migrantinnen und Migranten das Leben in Rendsburg seit jeher mitgestaltet und bereichert haben. Weiteren solchen Geschichten soll während der Interkulturellen Woche 2014 nachgegangen werden. Für 2015 ist zudem eine Sonderausstellung zum Thema Migration in Rendsburg geplant. Wer Interesse hat, sich an der Ausstellung mit der eigenen Geschichte zu beteiligen, ist eingeladen, sich an einem Workshop am 21.09.2014 von 14:00 – 17:00 Uhr in die Museen im Kulturzentrum zu beteiligen. 

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