Trompete aus Rendsburg
Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Bei dem Objekt des Monats September handelt es sich um eine in Rendsburg hergestellte Trompete des Instrumentenbauers Ludwig Wendler. Sie besteht aus Messing und hat eine kleine Gravur „L. Wendler Rendsburg“ am Schallbecher.
Im Jahr 2012 kam es im Zuge der „Bilderrätsel“-Aktion der Landeszeitung zur Ermittlung der Geschichte des Geschäfts in der Kronprinzenstraße/ Ecke Kanzleistraße und seiner ehemaligen Besitzer. Es wurde erforscht, dass in diesem Haus 1848 - mit Zustimmung des dänischen Königs - von Ludwig Betram ein Musikinstrumentengeschäft gegründet wurde.
Die Werkstatt befand sich im Keller und war circa 80 Quadratmeter groß. Im Ersten Weltkrieg beschäftigte der Blechinstrumenten- und Trommelmachermeister Ludwig Wendler zwölf Gesellen. Er gehörte zur bürgerlichen Oberschicht. "1923 war sein Geldschrank mit circa 60 000 Reichsmark gefüllt", heißt es weiter, "die durch die Inflation wertlos wurden." Daraufhin übergab Ludwig das Geschäft an seinen Sohn Ernst, half in den folgenden Jahren aber immer noch aus.
In dieser Zeit gab es ebenfalls eine Musikschule in dem Haus. Der SHZ-Leser Horst Ermeling aus Rendsburg erinnerte sich an Erzählungen und Zeugnisse seines Vaters Karl-Heinz, der dort unter dem Dach gewohnt hat und dort eine Ausbildung machte. "Abends mussten sie immer im Café „CC“ gegenüber spielen", berichtete Ermeling.
Daten
Inventarnummer: 5695-1
Material: Messing
Maße: L: 48,5 cm B: 18,0 cm T: 13,0
