Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Bei unserem Objekt des Monats September 2020 handelt es sich um einen Fächer für Damen.
Im Sommer ist der Fächer auch heute noch ein beliebtes Utensil zur Luftkühlung. Die Geschichte des Fächers reicht jedoch weit zurück bis in die Antike. Bereits vor 5.000 Jahren wurde den Pharaonen in Ägypten Luft mit Straußenfedern zu gewedelt. Auch in China wurden zur gleichen Zeit Fächer für die Kaiser benutzt. Damals war der Fächer ein Symbol der Macht und, im Gegensatz zu heute, eher den Männern vorbehalten. Um 820 n. Chr. erfanden die Japaner den ersten faltbaren Fächer, zu denen auch unser Objekt des Monats gehört. Nach Europa gelangte der Fächer im 16. Jahrhundert mithilfe der Seefahrer und wurde kurz darauf zum „Must-Have“ der Damenwelt. Die Funktion des Fächers wandelte sich vom Hilfsmittel zur Kühlung und einem Statussymbol hin zu einem modischen Accessoire. Erst im 20. Jahrhundert setzte sein Rückzug ein.
Die heutzutage benutzten Fächer haben meist eine weniger luxuriös gestaltete Form und sind oft aus dünnem Holz oder Plastik. Lediglich in Asien finden Fächer auch heute noch ihren ursprünglichen Einsatz.
Unser Objekt gehört mit seinen verzierten Elfenbeinstangen, Seide und Pailletten zu den aufwendig gestalteten Fächern. Er stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Fächer ist 20 cm hoch und sein Fächerblatt in seiner vollen Ausbreitung 34 cm breit. Das Objekt erhielt im Museum die Inventarnummer 8249.
