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Objekt des Monats April 2012

Drehbare Sternenkarte

Herkunft und Datierung: Leipzig/Rendsburg,  um 1900

Material: Leder, Pappe, Papier

Inventarnr.: HMR 9005

Die drehbare Sternenkarte aus dem Kommissionsverlag für Deutschland u. Österreich Leipziger Lehrmittel Anstalt v. Dr. Oskar Schneider, Leipzig, zeigt den Sternenhimmel für Mitteleuropa und hat einen Durchmesser von 26 cm. In der Mitte ist ein ovaler Ausschnitt eingelassen, auf dem die Sternenbilder zu sehen sind und der sich drehen lässt. Um den Ausschnitt herum sind die Tageszeiten verzeichnet. Auf der Rückseite ist eine genaue Anleitung zur Nutzung der Karte abgedruckt, die jedoch beschädigt und daher teilweise nur schwer zu entziffern ist. Um den Sternenhimmel für einen bestimmten Tag im Jahr einzustellen, muss man die Linien mit dem jeweiligen Monat nach der gewünschten Tageszeit ausrichten. 

Die ersten Sternkarten gab es bereits im antiken Griechenland. Als eine frühe und bekannte Darstellung ist die Himmelsscheibe von Nebra zu nennen, wobei die Verteilung der Sterne auf der Scheibe hier jedoch eher zufällig geschah. Oftmals wurden diese Karten mit figürlichen Darstellungen bestimmter Sternbilder ergänzt. Erst im 16. Jahrhundert begann man sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und genaue Beobachtungen zu stützen und entwarf Karten, die den realen Sternenkonstellationen entsprachen. Daraus entstanden regelrechte künstlerische Meisterwerke, die als Kupferstiche das astronomische Wissen der Zeit lebhaft koloriert zusammenfassten. Als erste genaue Sternenkarte wird die Uranometria bezeichnet, ein Himmelsatlas mit insgesamt 51 illustrierten Karten aller Sternbilder, der von dem Astronom Johann Bayer im Jahre 1603 angefertigt wurde.

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