Krimschild
Herkunft und Datierung: Rendsburg, 1942
Material: Eisenblech
Inv.-Nr.: HMR 9441
Ein Museum beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Nicht immer erschließt sich sofort der Sinn in der Bewahrung alter Gegenstände. Doch die Hinwendung zur Geschichte ermöglicht unter anderem auch ein besseres Verständnis aktueller Konflikte. Eine Auszeichnung der Wehrmacht kann uns beispielsweise auf die komplizierte und wechselhafte Geschichte der Krim aufmerksam machen.
Bereits im 18. Jahrhundert war die Krim Objekt machtpolitischer Interessen und Auseinandersetzungen. Damals eroberte die russische Zarin Katharina II. die zu dem Zeitpunkt noch osmanische Halbinsel. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem erneuten Krimkrieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich. Am Ende des Ersten Weltkriegs besetzten deutsche Truppen die Krim und 1921 gliederten die Bolschewiki sie als autonomes Gebiet in die Sowjetunion ein. Seit 1954 gehörte sie schließlich zur Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
Das Objekt des Monats erzählt von einer weiteren Phase des Kampfes um die Krim. Bereits kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges besetzte die Wehrmacht die Halbinsel. Die Besetzung dauerte mehr als zwei Jahre an und konnte erst 1944 von der Sowjetunion beendet werden. Nach Plänen der Nationalsozialisten sollten dort, wo angeblich einst die Goten lebten, deutsche Siedler sesshaft werden. Der von Adolf Hitler gestiftete Krimschild sollte an die „heldenhaften Kämpfe um die Krim“ erinnern und wurde am linken Oberarm der Uniform getragen. Schätzungsweise 250.000 Soldaten bekamen den Krimschild verliehen.
Durch die Jahrhunderte hinweg war die Krim symbolischer Ort und umkämpftes Gebiet zugleich. Ein Spannungsverhältnis, das ein großes Konfliktpotential in sich birgt und sich auch im aktuellen Krimkonflikt zeigt.
