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Objekt des Monats April 2022

Zu sehen sind hier zwei unterschiedliche Fischmaße für die Fische Zander („Sandart“), Hecht und Barsch aus Holz. Beim Rathausbrand vom 2. März 1973 wurden einige der Maße leicht angekohlt. Sie wurden „mit sehr feinem Glaspapier, anschließend Zeitungspapier und Plastikradierer“ gesäubert, sodass der Schaden heute kaum mehr erkennbar ist. Hans Schlothfeld, langjähriger Museumsmitarbeiter des Historischen Museums, erklärt auf den Inventarkarten die Objekte: „Diese hölzernen Fischmaße trug die Marktpolizei im 18. u. 19. Jahrhundert bei sich, um jederzeit kontrollieren zu können, ob die feilgebotenen Fische auch der fischereirechtlich vorgeschriebenen Maß hielten.“ Weiter vermerkt er zur Provenienz der Objekte: „Aus der Sammlung der Stadtaltertümer aus dem alten Rathause, welche 1914 dem Museum übergeben worden sind.“ Die Maße wurden aus Holz gefertigt. Während die Vorderseiten der Bretter mit Fischart und Maßeinheit beschriftet sind, befinden sich auf manchen Rückseiten detaillierte, farbige Zeichnungen der Fische. Bevor einheitliche Maßsysteme eingeführt wurden, gab es weltweit viele unterschiedliche Maße, die benutzt wurden. Auch innerhalb der heutigen deutschen Grenze konnte sich ein Fußmaß in der Größe zwischen 25 cm und 35 cm unterscheiden. Dies erschwerte den Handel erheblich. Erst mit der Einführung der Norddeutschen Maß- und Gewichtsordnung ab 1869 wurde das metrische System mit Einheiten wie Meter und Kilo in ganz Preußen eingeführt.

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