Butterdose aus den Kriegsjahren 1916/17
Maße: H: 3,2 cm, R: 2,5 cm
Material: Porzellan
Standort: Depot der Museen im Kulturzentrum Rendsburg
Inventarnummer: 6831
Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unser Objekt des Monats Juli ist eine Butterdose aus dem Ersten Weltkrieg. Sie ist exakt 100 Jahre alt und erinnert an die Ressourcenknappheit in dem erbitterten europäischen Abnutzungskampf.
Die weiße Porzellandose hat zwei Griffe mit grünem Rand. Der Deckel ist ebenfalls grün umrandet. Diese für die späten Kriegsjahre typische Butterdose trägt folgende Beschriftung auf dem Deckel: Butterdose aus den Kriegsjahren 1916/17.
Der Erste Weltkrieg als Waffengang zwischen hochentwickelten Industrienationen forderte den Einsatz aller Ressourcen in bis dahin ungeahnter Konsequenz. Neben den unzähligen Menschen benötigte man vor allem Nahrungsmittel, Fahrzeuge, Pferde, Metalle aller Arten, Öle, Fette, Brennstoffe, Salze, Stoffe und Fasern und natürlich Geld. Mit der Zeit bekam die Zivilbevölkerung deutlich zu spüren, was die vorrangige Versorgung des Heeres mit knappen Gütern bedeutete. Nicht nur fehlten die jungen Männer zu Hause als Arbeitskräfte - es wurden auch viele Dinge immer seltener und teurer. Alltägliche Waren wurden zu Luxusgütern und vieles, was man sich im Frieden ab und zu geleistet hatte, war jetzt streng rationiert oder völlig unerreichbar.
Eine „Butterdose aus den Kriegsjahren 1916/17“ veranschaulicht durch Beschriftung und Größe beispielhaft die kriegsbedingte Rangerhöhung der Butter in den Stand eines Luxusguts. Zur Erklärung des winzigen Formats und wohl auch zur Stärkung der Heimatmoral diente die oben zitierte Aufschrift auf dem Deckel der Dose, die mit feinen Streifen wie ein Schmuckbehältnis gestaltet ist. Es gab auch ähnlich zierliche Gefäße für Zucker und Milch.
