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Objekt des Monats Dezember 2017

Schauburg Filmtheater

Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unsere Objekte des Monats Dezember 2017 sind drei Programmhefte der Film- und Kulturtage des Kommunalen Kinos von 1985, 1987 und 1990 und ein Foto, vermutlich aus dem Jahr 1961, das das Rendsburger Kino Schauburg Filmtheater in der Schleifmühlenstraße zeigt.

Die Schauburg war nach dem ersten Liefferings Biograph-Theater (1909-1912) und dem Kino Fata Morgana/ Dolleschel’s Biograph-Theater/ Central-Kino (1911-1925) das dritte Kino in Rendsburg. Es entstand 1911 unter der Leitung von Amandus Arbs im linken Gebäudeteil des ehemaligen Hotels ‚Stadt Hamburg und Lübeck‘.

Am 23. Dezember 1927 wurde der durch Carl Arbs initiierte neue Gebäude-Komplex des Schauburg Filmtheaters mit dem über zwei Stunden dauernden deutschen Stummfilm „Dagfin“ von Joe May eröffnet. Als Begleitprogramm wurden zusätzlich ein Tanzfilm, ein Film über die Dolomiten, eine Wild-West-Groteske sowie die Emelka-Wochenschau – Wochenschauen waren quasi die Vorläufer der Fernsehnachrichten – gezeigt. Nach der Erfindung des Tonfilms und der vorübergehenden Verteidigung der Schauburg als „Pflegestätte des guten stummen Films“ mit bis zu sechs Musikern wurde am 12. Juli 1930 „Das lockende Ziel“ mit Richard Tauber, dem berühmtesten deutschen Operettentenor jener Zeit, im Rahmen einer „Vorführung auf Lichtton-Klangfilm Apparatur“ gezeigt.

1932 wurde die Schauburg von Emmi und Peter von Fehrn mit Unterstützung der Familie Stender übernommen. Ab 1950 übernahm Gerhard von Fehrn-Stender die Leitung. Im Zuge des Umbaus 1977 unter Klaus von Fehrn-Stender entstand das obere Kino Kleines Haus und das untere Große Haus. Service-Angebote, Lampen und Raucherlaubnis zogen in die Kinosäle ein. 1981 wurde als dritter Kinosaal das Studio eröffnet, 1987 folge der Filmladen, 1994 der vierte Kinosaal Atelier, das wieder ganz ohne Service und Rauch einen reinen Filmgenuss anbietet. 2006 wurde der Kinosaal No. 5 eröffnet. Darunter liegt Truffaud‘s Filmlounge – in Anlehnung an den französischen Filmschaffenden Francois Truffaut –, wo es Kaffee, Kuchen, französische Weine und kleine Speisen gibt. Heute wird der familiengeführte serviceorientierte Kinokomplex von Hans und Karen von Fehrn-Stender geführt.

Seit 1980 hat die Schauburg eine Partnerschaft mit dem Kommunalen Kino, das 1979 als kulturelle Einrichtung der Stadt gegründet wurde und die Räume der Schauburg für den Auftrag einer ‚kulturellen Filmarbeit‘ nutzt. Seit 2013 ist der Förderverein „Kommunales Kino e.V.“ Träger. Dienstags werden in der Schauburg Filme jenseits von Hollywood gezeigt – sowohl deutsche als auch ausländische Produktionen. Auch regionales, historisches Filmmaterial wird aufgearbeitet, mit Schulen und dem Landestheater zusammengearbeitet und Filmreihen zum Kultursommer gezeigt.

Das Foto zeigt das Schauburg Filmtheater in der Schleifmühlenstraße vermutlich im Jahr 1961. Da das Foto als Negativ vorlag, handelt es sich bei dem Objekt um eine Kopie. Die drei originalen Broschüren zu den Film- und Kulturtagen des Kommunalen Kinos in Rendsburg zeugen von interkultureller Zusammenarbeit und Vernetzung. 1985 fanden vom 28. Oktober bis 9. November die ersten französischen Film- und Kulturtage in Zusammenarbeit mit dem Institut Français Hamburg statt. Die britischen Film- und Kulturtage vom 30. Oktober bis 11. November in Zusammenarbeit mit THE BRITISH COUNCIL HAMBURG fanden 1987 zum zweiten Mal statt. Die italienischen Film- und Kulturtage fanden vom 30. Oktober bis 23. November 1990 ebenfalls zum zweiten Mal statt in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Hamburg. Filme, Ausstellungen, Theater und/ oder musikalische Veranstaltungen bildeten jeweils das Programm.

Material: Papier

Datum: vermutlich 1961, 1985, 1987 und 1990

Maße: 129 mm (L) x 171 mm (B) sowie 208 mm (L) x 147 mm (B)

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