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Objekt des Monats Februar 2017

Dienstbrille der Wehrmacht mit Sonnenschutz

Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unser Objekt des Monats Februar 2017 ist eine Nickelbrille der Wehrmacht aus den 1930er Jahren.

Die Dienstbrille, die von einem Rendsburger Wehrmachtsangehörigen getragen wurde,  ist in einem grauen Blechkasten aufbewahrt. Dazu gehören außerdem der aufsetzbare Sonnenschutz sowie eine Filzeinlage zum erleichterten Herausnehmen der Brille. Darüber hinaus komplettiert ein Putztuch der Firma „Drossart-Breuer“ (ein noch heute ansässiger Brillenhersteller aus Düren) das Ensemble. Ob auch die Brille in Düren gefertigt wurde, ist unbekannt, aber nicht unwahrscheinlich.

Bei Einberufung in die Wehrmacht bekamen alle Soldaten, die Brillenträger waren, mindestens eine Dienstbrille und oftmals ergänzend eine Maskenbrille ausgehändigt. Die Dienstbrille zeichnete sich vor allem durch ihre Funktionalität, besonders in Form der stark um das Ohr gekrümmten Bügel, aus, die ein Abrutschen oder Wegrutschen der Brille unter soldatischer Belastung erschweren sollten. Der aufsetzbare Sonnenschutz ist sehr einfach über die Brille zu haken und erleichterte die Arbeit der Soldaten bei Sonnenschein sowohl in der Wärme, aber vor allem auch in der Kälte. Was wenig bekannt ist: Besonders bei Märschen und längerem Aufenthalt im Schneegebiet sind Sonnenbrillen von besonderer Bedeutung, weil das stetige Reflektieren der UV-Strahlung zu einer Schädigung der Hornhaut, also zur sogenannten Schneeblindheit, führen kann.

Die hier gezeigte Dienstbrille erinnert in ihrem Frontgestell sehr an die sogenannte Maskenbrille der Wehrmacht. Der Unterschied lag letztlich nur in der Halterung, denn die Metallbügel der Dienstbrille hätten ein luftdichtes Verschließen der Gasmaske verhindert. Dementsprechend hatten die Maskenbrillen Gummi-Stoffschlaufen, die nach Belieben festgezogen werden konnten. Die Kästen zur Aufbewahrung der jeweiligen Brillen mussten deutlich mit der jeweiligen Funktion gekennzeichnet sein, um die Brillen im Einsatzfall schnell unterscheiden zu können. Derartige Maskenbrillen befinden sich ebenfalls im Bestand der Museen im Kulturzentrum und werden hoffentlich im Rahmen einer Ausweitung des „Garnisons-Museums“ einen neuen Platz in der Präsentation finden.

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