Schlittschuhe
Herkunft und Datierung: Fockbek, 1930er Jahre
Material: Stahl
Inv.-Nr.: HMR 8525
Solch ein Paar Schlittschuhe erscheint vielen heutzutage vielleicht etwas befremdlich, doch mancher Vertreter älterer Generationen wird sich noch gut an derartige „Gefährten“ erinnern. Sie werden unter die eigenen Schuhe geschnallt und können somit an die jeweilige Schuhgröße des Trägers angepasst werden. Über den Kufen befinden sich zwei Aufsätze jeweils für die Vordersohle und den Absatz. Die Kufen haben eine Länge von 30,5cm. Die Schlittschuhe sind ein Produkt der Marke HUDORA und leicht angelaufen und haben teilweise Rost angesetzt. Zu den wohl ältesten Schlittschuhen aus der Zeit um 3000 v. Chr. zählen Forscher solche aus Rinder-, Pferde- und Rentierknochen, die in Skandinavien, der Schweiz, der Slowakei und im Gebiet des antiken Rom gefunden wurden. Mit Hilfe von zugespitzten Stöcken, die man ins Eis stemmte, bewegte man sich mit ihnen vorwärts. Vor etwa 800 Jahren glitten in den Niederlanden Boten mit Eisenkufen an Holzschuhen über die zugefrorenen Kanäle und überbrachten auf diese Weise eilige Nachrichten an adelige Empfänger. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Schlittschuhlaufen zunächst zum Vergnügen des Adels und später auch zum Volkssport. Ab dem 14. Jahrhundert wurden Schlittschuhe vermehrt aus Holz gefertigt, in einen Eisenbeschlag eingefasst und mit Lederriemen am Schuh befestigt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden in Großbritannien die ersten Schlittschuhvereine gegründet. Mitte des 19. Jahrhunderts benutzte man Stahlkufen, die mit einer Schraube fest mit dem Schuh verbunden wurden. Heute fährt man als Freizeit-Schlittschuhläufer meist auf sogenannten Hartschalen-Schlittschuhen.
