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Objekt des Monats Juli 2012

Schreibzeug / Tintengeschirr

Herkunft und Datierung: Rendsburg, um 1772

Material: Steingut

Inv.-Nr.: HMR 9304

Dieses monochrom cremefarbene Schreibzeug (auch Tintengeschirr genannt) stammt aus der Rendsburger Fayencefabrik und wurde um das Jahr 1772 nach englischem Vorbild hergestellt. Es besteht aus zwei Stufen: der unterem zur Ablage der Schreibfedern und der oberen mit den originalen Einsatznäpfen für Tinte und Streusand. Dazwischen befindet sich ein Rocaille-Ornament, ein typisches Stilelement des Rokoko. Entsprechend dem Geschmack des Klassizismus blieb das Geschirr unbemalt. 

Die Bezeichnung Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab, in der diese Art von Keramik seit dem 15. Jahrhundert hergestellt wurde. Es handelt sich dabei um eine Tonware, deren einmal vorgebrannte Scherben mit einer undurchsichtigen, meist weißen und mit Schaffeuerfarben (Unterglasurfarben) bemalten Zinnglasur überschmolzen sind.

Schleswig-Holsteinische Fayence-Manufakturen entstanden - wie überall in Deutschland und Dänemark – ab Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Nachfrage nach Steingut und Fayence als Ziergeschirr wohlhabender Bauern und Bürger stieg stark an und man wollte mit dem Gründungs-Boom den Import von ausländischen Waren vermeiden. Die Rendsburger Fayencefabrik bestand von 1765 bis 1813 (und war somit eine der frühesten Steingutfabriken in Deutschland), wobei dort neben Fayencen später ausschließlich Steingutwaren hergestellt wurden. Betreiber waren Christian Friedrich Gottlob Clar, ein Apotheker, und der Kaufmann Jasper Lorentzen, die die Fabrik jedoch nach Zahlungsunfähigkeit an den Zollverwalter J.H. Halle(n)sen übergaben. Nach dessen Tod 1803 wurde die Manufaktur als Betriebsgemeinschaft unter Leitung des Buchhalters Thorer Olsen bis zum Staatsbankrott 1813 weitergeführt.  

Das Schreibzeug ist eine Stiftung der Fielmann AG, Hamburg.

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