Taschenuhr
Herkunft und Datierung: Rendsburg, Mitte 19. Jhd.
Material: Messing, Glas, Metall
Inv.-Nr.: HMR 8978
Bei dieser goldenen Herren-Taschenuhr aus der Mitte des 19. Jahrhunderts handelt es sich um eine sogenannte Repetieruhr mit Schlagwerk. Die Besonderheit dieser auch Wiederholungsuhr genannten Taschenuhr liegt in einem (neben dem gewöhnlichen Gangwerk angebrachten) zusätzlichen sogenannten Repetierwerk, das bestimmte Uhrzeiten, etwa jede volle Stunde oder jede Viertelstunde, mittels eines hörbaren Schlages angibt, ohne dass der Träger der Uhr auf das Ziffernblatt zu schauen braucht. Hierfür setzt eine spezielle Feder im Repetierwerk, die nicht wie eine gewöhnliche Feder aufgezogen, sondern nur etwas gespannt wird, das Laufwerk in Bewegung und bringt die Hämmer zum Schlagen. Diese Repetiervorrichtung gibt es auch bei Pendeluhren, die zu bestimmten Uhrzeiten schlagen.
Die Taschenuhr liegt in einem Holzkästchen, das mit dunkelrotem Samt bezogen ist. Zur Ausstattung des Kästchens gehören zwei Aufziehschlüssel sowie eine alternative Kettenbefestigung für die Uhr. Der Glasdeckel ist lose und wird daher provisorisch mit einem Klebestreifen zusammengehalten. Der genaue Hersteller der Uhr ist leider nicht bekannt.
Der englische Uhrmacher Edward Barlow gilt als Erfinder der Repetieruhren. Er baute die erste Taschenuhr dieser Art im Jahre 1691.
Der Besitz einer kunstvoll gearbeiteten Taschenuhr war immer ein Symbol von Reichtum, da derartige Uhren aufgrund ihrer feinen Mechanik sehr teuer waren. Heute sind sie beliebte Sammlerstücke.
