Hopfen, Malz und ein Quentchen (Un-)Glück
Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unsere Objekte des Monats bestehen aus zwei Bierflaschen der ehemaligen Rendsburger Brauerei Wilhelmsthal.
Bierbrauen ist ein sehr altes Gewerbe, das bis ins Mittelalter zurückreicht. Als älteste Brauerei der Welt gilt die Weihenstephaner Brauerei in Freising in Oberbayern. Im Jahr 1040 konnte das Kloster Weihenstephan die offizielle Erlaubnis zum Bierbrauen erwerben. Bis heute hat sich der Sektor immer weiter verbreitet und bietet nicht nur durch das aktuelle Trendgetränk „Craft Beer“ Liebhabern eine große Auswahl. Insgesamt können sich Biertrinker zwischen mehr als 6 000 Biermarken entscheiden.
Besonders eine Sportart wird häufig mit Bier in Verbindung gebracht: Fußball! Egal mit wem und an welchem Ort die Spiele angesehen werden und unabhängig davon, dass Deutschlands Traum vom Titel geplatzt ist: für ein passendes Fußballfeeling gehört bei den meisten (mindestens) eine Flasche Bier dazu.
Die regionale Brauerei Wilhelmsthal W. Wolff Rendsburg wurde vermutlich 1875 gegründet. Laut Adressbuchverzeichnissen ist 1878 festzustellen, dass es einen Eintrag über Wilh. (Wilhelm) Wolff gibt, der den Zusatz „bair. [bairische] Bier-Brauerei ‚Wilhelmsthal‘ v. d. [vor dem] Neuthor 708“ trägt. Bereits 1898 ist Rich. (Richard) Wolff als Brauereibesitzer unter Wilhelmsthal 708 eingetragen, ebenfalls noch 1907, diesmal mit konkreterer Adresse: Vorm Neutor 10. Im Jahr 1910 steht Klara Wolff als Brauereibesitzerin im Adressbuch unter derselben Adresse. Dies ist auch noch 1914 nachweisbar. 1920 ist lediglich eine Hebamme mit dem Namen „Wolff“ zu finden. Dementsprechend liegt es nahe, dass es die Brauerei seit dieser Zeit nicht mehr gibt oder aber unter einem anderen Namen weitergeführt wurde.
Die beiden vorliegenden Flaschen sind aus braunem Glas. Eine Flasche hat einen Bügelverschluss aus weißem Porzellan, rotem Gummi und Metall. In Großbuchstaben ist Folgendes eingraviert: EIGENTHUM DER BRAUEREI WILHELMSTHAL RENDSBURG. Die Flaschen sind in etwa gleich groß; bei der Flasche mit Bügelverschluss fehlt ein Stück Gummi am Verschluss und sie weist formtechnisch eine eindeutige Abgrenzung zwischen Flaschenhals und Bauch auf, während die zweite Flasche fließend beide Bereiche miteinander verbindet.
Die Objekte können noch diesen Monat im Eingangsbereich in unseren Museen im Kulturzentrum angesehen werden.
Material: Glas
Datum: Ende 19. Jahrhundert/ Anfang 20. Jahrhundert
Maße: H: 24 cm; 24,5 cm (Flasche mit Bügelverschluss)
