Kräuterbuch: „Künstliche Conterfeytunge der Bäume, Stauden, Hecken, Kreuter, Getreide und Gewürze“ von Adam Lonitzer
Herkunft und Datierung: Frankfurt a.M., 1582
Material: Papier
Buchnummer: HMR 368
Mit der Erfindung der beweglichen Lettern löste Johannes Gensfleisch, besser bekannt unter dem Namen Gutenberg, im 15. Jahrhundert eine wahre Medienrevolution aus.
Bis zur Erfindung des Buchdrucks waren Bücher etwas sehr Wertvolles, da in ihnen sehr viel Arbeit steckte. Jedes einzelne Exemplar wurde meist in Klöstern von Hand abgeschrieben. Dies war sehr zeitintensiv und mühsam. Entsprechend wertvoll war jedes Exemplar. Große Auflagen konnten auf diese Weise nicht hergestellt werden. Die meisten Menschen konnten ohnehin weder lesen noch schreiben. Bücher wurden daher vor allem von Geistlichen und dem Adel gelesen. Die Inhalte der Texte waren dementsprechend stark religiös geprägt.
Durch die Entwicklung des Buchdrucks kam es zu einer Demokratisierung. Das sich bildende Bürgertum verlangte zunehmend nach Bildung und Unterhaltung. Die traditionelle Methode des Abschreibens konnte einen so großen Bedarf nicht decken. So stieß der neu entwickelte Buchdruck auf fruchtbaren Boden. Im Zuge dieser Entwicklungen kam es auch zu einer Verbreiterung des Themenspektrums der Bücher. Neben den klassischen christlichen Texten, wurden zunehmend auch unterhaltsame und populärwissenschaftliche Bücher produziert.
Ein sehr schönes Beispiel für den neuen Themenreichtum, den der Buchdruck hervorgebracht hat, ist das hier dargestellte Kräuterbuch aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Dieses und weitere Bücher aus der Frühzeit des Buchdruckes sind im Druckmuseum zu sehen.
