Elektrischer Stopfpilz, sog. Stopflicht
Herkunft und Datierung: Rendsburg, ca. 1941-45
Material: Kunststoff, Metall, Holz
Inv.-Nr.: HMR 8742
Dieser elektrische Stopfpilz der Marke AEG, auch Stopflicht genannt, wurde während des 2. Weltkriegs hergestellt und sollte das Stopfen von Strümpfen und anderen Kleidungsstücken erleichtern.
Eine Info in der Gebrauchsanleitung erklärt dies wie folgt: „Es erleichtert die Stopfarbeit, weil das Gewebe von Innen durchleuchtet und die Beschädigung besser erkannt wird. […] Die Stopfstellen werden sauberer und sehen besser aus. Sehr wichtig, weil Strümpfe und Kleider jetzt länger getragen werden müssen!“ Durch Stromzufuhr mittels Steckertrafo (Wechselstrom, 220 bzw. 4 Volt) konnte der Stopfpilz beleuchtet werden. Daraus ergibt sich eine weitere Funktion, die im Kontext des 2. Weltkriegs von Bedeutung ist: Der Stopfpilz konnte nämlich, wie es in der Gebrauchsanweisung heißt, auch als „Handlampe, besonders während der Verdunkelung“, genutzt werden. Wem das Licht zu hell war, der konnte es mit Hilfe einer selbst gebastelten Blende, für die ein Schnittmuster in der Verpackung beilag, etwas dimmen.
Erfunden hat den Stopfpilz angeblich Konrad Adenauer, dem die AEG jedoch das Patent entzogen haben soll. Beweisen lässt sich diese Hypothese allerdings nicht. Außer Zweifel ist jedoch, dass die Produktion des Stopflichtes aufgrund zu geringen Absatzes relativ schnell wieder eingestellt wurde.
Heutzutage ist der Stopfpilz (wie auch die Nachfolgevariante, das Stopfei) nahezu in Vergessenheit geraten und kommt so gut wie nicht mehr zum Einsatz. Statt gestopft wird neu gekauft.
