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Objekt des Monats Mai 2016

Atomteller-Brokdorf

Maße: Höhe: 2 cm, Radius: 10 cm

Datierung: 2015

Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unser Objekt des Monats Mai steht in direktem Zusammenhang mit der Katastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren. Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Zwei Explosionen zerstörten einen der vier Reaktorblöcke und schleuderten radioaktives Material in die Atmosphäre.

Die Künstlerin MARIAZO hat zu diesem traurigen Jahrestag eine Rauminstallation im Museumscafé ausgestellt, die noch bis zum 29. Mai dieses Jahr zu sehen sein wird.

Ein Exponat dieser Ausstellung ist zugleich unser Objekt des Monats – der „Atomteller“ des Kernkraftwerkes Brokdorf. Neben diesen Tellern hängen zwei weitere Teller „Krümmel“ und „Brunsbüttel“ im Eingangsbereich der Museen im Kulturzentrum. Der ausgewählte Teller trägt vorderseitig die Inschrift Brokdorf und rückseitig verschiedene Daten des Reaktors, wie beispielsweise dessen Eigentümer, die elektrische Leistung, den Baubeginn sowie die voraussichtliche Abschaltung im Jahr 2021. Das Kernkraftwerk Brokdorf wurde erstmal 1986, also genau im Jahr der schrecklichen Vorkommnisse in Tschernobyl, in Betrieb genommen. Schon während der Bauphase in den 1970er Jahren bis spät in die 1980er Jahre gab es großen Widerstand von Atomkraftgegnern. Dieses Kernkraftwerk gilt bei vielen Atomkraftgegnern als Symbol des Widerstands gegen die Nutzung der Kernenergie in Deutschland. Es konnte erst nach jahrelangen heftigen Auseinandersetzungen am „Brokdorfer Bauzaun“ und einem mehrjährigen Baustopp fertiggestellt werden. Atomkraftgegner und Polizei lieferten sich bei einer Großdemonstration 1981 bürgerkriegsähnliche Schlachten mit hunderten Verletzten. Wenngleich sich die Lage danach beruhigt hatte, gab und gibt es in regelmäßigen Abständen weiterhin Demonstrationen der Atomkraftgegner. Seit 2010 gehört das Kraftwerk den Energieriesen E.ON und Vattenfall.

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