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Objekt des Monats November 2018

Gedenken und Warnung – 100 Jahre Erster Weltkrieg

Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Bei unserem Objekt des Monats November 2018 handelt es sich um das Foto eines jungen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.

Es ist ein Thema, an das dieses Jahr schon oft erinnert wurde und auch noch immer erinnert wird. Vor allem gegen Ende dieses Jahres finden in zahlreichen Museen und Gedenkstätten Veranstaltungen und Erinnerungen an ein Ereignis statt, das vor 100 Jahren der Welt eine Atempause verschaffte. Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Der Krieg, der hauptsächlich in Schützengräben stattfand. Der Krieg, der als erster „Medienkrieg“ auch den Familien und Verwandten zeigte, was Krieg wirklich bedeutet. Der Krieg, der zum ersten Mal Gas, Panzer und Flugzeuge als kriegstechnische Neuerungen einsetzte. Der Krieg, der nach einer anfänglichen europaweiten Kriegsbegeisterung insgesamt 17 Millionen Menschen das Leben kostete.

Das vorliegende Foto unseres Objekts des Monats wurde vom Rendsburger Fotograf Ludwig Mertens gemacht, der vermutlich von den 1870er Jahren bis ungefähr Ende der 1920er Jahre sein Fotoatelier in Rendsburg hatte. Anhand alter Adressbücher lässt sich die Spur von Ludwig Mertens bis ins Jahr 1878 unter der Rubrik „Photographie-Ateliers“ und dem Namen „Mertens“ in der Eisenbahnstraße 223 zurückverfolgen. 1888 lässt sich lediglich „Mertens, L., Photograph“ finden. Und im Jahr 1898 findet man sein Atelier unter der Adresse „Am Gymnasium 783“. Ab rund um die Jahrhundertwende bis ca. 1925 galt dann: „Am Gymnasium 3“. 1929 steht unter dieser Adresse „Mertens, Ida, Ww.“. Diese Abkürzung steht für Witwe und markiert so das Ende des Photographen Ludwig Mertens.

Das Foto zeigt einen jungen Soldaten aus der Garnisonsstadt Rendsburg. Die Kleidung, die er trägt, ist typisch für den Ersten Weltkrieg. Die Pickelhaube auf seinem Kopf zeigt, dass er Teil des Infanterieregiments Nr. 85 „Herzog von Holstein“ war und somit den Bodentruppen angehörte. In der rechten Hand hält er ein Gewehr: einen Karabiner 98k. Der Soldat starb am 23. Januar 1915.

In den Museen im Kulturzentrum findet noch bis zum 25. November auf der Sonderausstellungsfläche die Ausstellung „Walter Kleinfeldt. Fotos von der Front 1915-1918“ statt. Mit 16 Jahren meldete sich Walter Kleinfeldt freiwillig für den Dienst an der Front. Mit einer Plattenkamera machte er insgesamt 150 unmittelbare Aufnahmen vom Krieg. Explosionen, Trümmer, Leichen, aber auch Naturaufnahmen und friedliche Momente sind darauf in einer Qualität zu sehen, die beachtlich für die damalige Zeit ist. Begleitend zu den 50 ausgestellten Fotos sind Zitate aus den Briefen von Kleinfeldt an seine Mutter zu lesen.

Das Objekt kann noch diesen Monat im Eingangsbereich in unseren Museen im Kulturzentrum angesehen werden.

Material: Papier

Datum: 1914
Maße: 5 cm x 12 cm

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