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Objekt des Monats November 2021

Rendsburg hat viele besondere Orte, hinter denen spannende Geschichten zu entdecken sind. Während die Eisenbahnhochbrücke – zusammen mit der Schwebefähre – bis über die Landesgrenzen hinaus berühmt ist, ist das hier vorgestellte Objekt des Monats wohl kaum bis über die Stadtgrenze Rendsburgs hinaus bekannt. Es handelt sich um die Brücke, die die Stadtteile Altstadt und Neuwerk miteinander verbindet, als Alternativroute zum Jungernstieg. Die Interimsbrücke wurde 1877 erbaut. Der Pastor Friedrich Schröder (1872-1943) erläutert in seinem Werk „Rendsburg als Festung“ die Beweggründe des Baus, die im Rahmen der Abrüstung der Festungsanlage entstanden:

„Ein anderer großer Wurf, den man in jenen selben Jahren bewegte, war der Bau des Gymnasiums. Man war sich klar, daß dieses auf der früheren Bastion Holstein errichtet werden müsse. Man beschloß, die Bastion Holstein nicht ganz einzuebnen, sondern nur ein Viertel bis ein Drittel ihrer Gesamthöhe abzutragen. Es ergab sich nur die Schwierigkeit, wo man die überflüssige Erde ablagern sollte. Verhandlungen mit dem Garnisonkommando, die Erde hinter dem Laboratorium (in die Süd-Ost-Ecke des sog. ‚Stadtsees‘) schütten zu dürfen, scheiterten an einem unerwarteten Widerspruch seitens des Kanalinstituts. Man erhöhte dann die Sohle der ehemaligen Bastion Stormarn […] (1872). Dann wurde durch Maurermeister Zander der westliche Teil des Schiffbrückenbeckens aufgefüllt (vor 1875). Aber immer war noch reichlich Erde unterzubringen, 12 bis 13 000 Kubikmeter. Da einigte man sich mit dem Garnisonkommando dahin, daß ein Teil der Erde in die ‚Bucht bei der knaackschen Bude‘ (welche am Jungfernstieg stand, wo der Kindergarten beginnt), der Rest in den ‚nassen Festungsgraben hinter dem Arsenal‘ geschüttet würde. Zur Beförderung dieser Erdmassen bauten die Pioniere die ‚Weiße Brücke‘ und einen Schienenweg für Sturzwagen (Febr. 1877). Am 10. Juli 1877 übernahm die Stadt diese Brücke von dem Entrepreneur W. Gosch mit der Verpflichtung des Verkäufers, für 3000 Mark einen neuen Oberbau zu setzen. So wurde die Bastion Holstein geebnet. Bereitete auch der Abtransport unendlichen Staub, so daß ‚die Anwohner keine Fenster öffnen‘ konnten, auch ‚viele Waren in Schaufenstern total ruiniert‘ wurden, so entstand doch das stolze Gymnasium, das am 29. Oktober 1875 gerichtet und am 11. April 1877 eingeweiht wurde.“ 

Später wurde die Brücke zur Fußgängerbrücke umgebaut und wandelte mehrmals bis heute ihr Aussehen.

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