Polaroid-Kamera
Herkunft und Datierung: Breiholz, 1974
Material: Leder, Kunststoff, Metall, Papier
Inv.-Nr.: HMR 9160
Diese sog. Polaroid-Kamera des Typs SX-70 ist eine Spiegelreflex-Faltkamera und kam 1972/73 auf den amerikanischen und 1974 auf den europäischen Markt. Sie steckt zusammen mit einer Bedienungsanleitung in einer ledernen Tasche und kann durch spezielle Handgriffe ausgeklappt und wieder zusammengefaltet werden.
Als Erfinder der Polaroid-Kamera gilt der amerikanische Physiker Edward Herbert Land, der 1933 ein Patent für Polarisationsfolien anmeldete, die die Grundlage für die Sofortbildkamera bildeten. 1937 gründete er in Boston eine eigene Firma mit dem Namen Polaroid. Weil seine Tochter nicht abwarten konnte, bis die Fotos aus dem Familienurlaub im Labor fertig entwickelt waren, erfand Land nach einigem Tüfteln 1948 die erste Sofortbildkamera (Typ 95, genannt „Land Camera“), bei der erstmals ein Schnellentwicklungsverfahren zum Einsatz kam, das noch an Ort und Stelle das belichtete Negativ auf ein Positiv übertrug. Nach etwa 30 bis 90 Sekunden konnte man das fertige Foto-Positiv vom Negativ lösen und seitlich aus der Kamera herausziehen. Das Negativ konnte jedoch nicht weiter verwendet werden.
Der 1972/73 entwickelte SX-70-Film war ein sog. Integralfilm und hatte den Vorteil, dass das Positiv nicht mehr vom Negativ getrennt werden musste und somit keinen Abfall hinterließ. Mit ihm konnten zunächst acht, später zehn Aufnahmen gemacht werden.
Polaroid-Kameras waren in den 1970ern äußerst populär, sowohl für den privaten Gebrauch als auch in der Fotokunst. Im Jahre 2008 stellte die Firma Polaroid die Produktion von Sofortbildkameras zu Gunsten von Digitalkameras ein, brachte jedoch 2010 mit der Polaroid 300 erneut eine analoge Sofortbildkamera auf den Markt.
