Feuerlöscheimer
Herkunft und Datierung: Ehndorf, 1820
Material: Leder, Naturfaser-Seil
Inv.-Nr.: HMR 4312
Diesen Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg einen ledernen Feuerlöscheimer aus dem 19. Jahrhundert als Objekt des Monats.
Der Feuerlöscheimer besteht aus rotbraunem Leder. Als Griff ist ein mit Leder umwickeltes Naturfaser-Seil angebracht. Die Aufschrift lautet: „M. Brandt. Ehndorf No 9. 1820.“ und verweist damit auf den einstigen Besitzer, den Herkunftsort und das Anschaffungsjahr des Eimers.
Jeder Hausbesitzer war damals dazu verpflichtet einen solchen Feuerlöscheimer zu besitzen und für den Fall eines Brandes zur Verfügung zu halten. In regelmäßigen Abständen kamen die Eimer in Rendsburg zum Einsatz. Ein Eindämmen der Brände war auf diese Weise jedoch kaum möglich, so dass mehrere Stadtbrände große Teile der Stadt verwüsteten. Für das 13. Und 14. Jahrhundert sind gleich mehrere größere Stadtbrände überliefert. Im Jahr 1862 brannte zudem das Provianthaus bis auf die Grundmauern nieder.
Für die Schleswig-Holsteinische Erhebung im Jahr 1848 spielten diese Eimer ebenfalls eine entscheidende Rolle: Nachdem am 24. März 1848 bewaffnete Schleswig-Holsteiner am Paradeplatz aufmarschiert waren, ließen sie Feueralarm schlagen. Die Soldaten der Garnison eilten mit Feuerlöscheimern bewaffnet zum Paradeplatz, um das vermeintliche Feuer zu löschen. Dieser kluge Schachzug führte unter anderem dazu, dass die Festung Rendsburg kampflos an die Aufständischen übergeben wurde und an diesem Tag keine Toten zu beklagen waren.
Noch bis etwa 1900 waren die Feuerlöscheimer im Einsatz. Eine erste Feuerspritze erhielt die Stadt zwar schon 1695, doch modernere Spritzen kamen erst ab dem 19. Jahrhundert in Umlauf.
