Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Bei unserem Objekt des Monats Oktober 2020 handelt es sich um einen Webkamm.
Die Technik des Webens gilt als eine der ältesten und bedeutendsten Erfindungen der Menschheit. Bereits seit der Jungsteinzeit, also ab 9500 v. Chr., gibt es Beweise für die Benutzung sogenannter Gewichtswebstühle. Dabei wurden die Fäden an einen horizontalen Balken befestigt und zum Strecken mit Gewichten versehen.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Webmaschinen immer weiter. Eine der größten Neuerungen war die Einführung des Trittwebstuhls im 11. Jahrhundert. Besonders im Nahen Osten entwickelte sich die Kunst des Teppichwebens seit dem zu einer bedeutenden Industrie.
In Europa formten sich Weberzünfte, in denen, mit Hilfe von Webstühlen, gelernte Weber ihrem Handwerk nachgingen.
Im 19. Jahrhundert hielt mit dem mechanisierten Webstuhl der industrielle Fortschritt in der Branche Einzug. Viele Weber verloren ihren Job, da maschinelle Produktion schneller und billiger war. Die Produktion per Hand wurde somit fast nur noch im privaten Umfeld benutzt.
So wahrscheinlich auch unser Gegenstand. Der Webkamm aus Holz wurde vermutlich für kleine Webarbeiten im Haushalt benutzt. Er ist grün gestrichen und an mehreren Stellen sind bereits Farbteile abgeplatzt. Der Kamm ist mit dem Datum 1794 versehen. Er kam am 10.08.1957 in den Besitz der Museen und erhielt die Inventarnummer 3768.
