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Objekt des Monats September 2016

Buddelschiff

Maße: B: 33cm, R:4 cm

Herkunft: Breiholz

Material: Holz, Kork, Glas, Garn

Inventarnummer: 2524

Standort: Depot der Museen im Kulturzentrum

 

Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam ausgefallene oder interessante Objekte aus dem Bestand der Museen. Unser Objekt des Monats September ist ein „Buddelschiff“ aus Breiholz. Es ist nur in diesem Monat für interessierte Besucherinnen und Besucher im Eingangsbereich der Museen zu besichtigen. Das Modell kam 1948 in den Besitz des Museums und stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Flaschen- bzw. Flaschenschiffe waren und sind beliebte Bastelarbeiten von Seeleuten. Oft wurden sie der Seemannsbraut als Mitbringsel von langen Reisen überreicht. Laien wundern sich immer wieder, wie das Schiff mit seinen Masten und Segeln durch den engen Flaschenhals gelangt und dort befestigt wird. Diese Technik ist aber einfacher als es zunächst den Anschein erweckt. Das kleine Schiffsmodell wird so gearbeitet, dass es zusammengeklappt durch den Flaschenhals passt und danach mit Zwirnfäden wieder aufgerichtet werden kann. Die Wellen, die das Schiff tragen, knetet man aus erwärmten, durch den Flaschenhals praktizierten Kitt.

Schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts hat sich eine auch für heutige Maßstäbe hochwertige Buddelschiff-Kultur entwickelt. Die professionellen Modellbauer der Schiffswerften platzierten die Miniaturmodelle ihrer Schiffe in ungeahnter Perfektion in die Flasche. Die große Zeit des Flaschenschiffbaues indessen waren die Mitte und die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Zeit war identisch mit der Zeit der Großsegler, deren Reisen in das Kaiserreich China, nach Australien, Chile und zurückführten, um den europäischen Bedarf an Tee, Wolle, Salpeter und anderen Gütern zu decken. Auf jeder dieser langen Seereisen passierten die Segler Schönwetterzonen, in denen die Schiffe größtenteils gute Fahrt machten, relativ ruhig in der See lagen und Segelmanöver selten waren. Was sich da anbot, war die Herstellung nautischer Gegenstände aus Werkstoffen, die wie Holz, Garn oder Walknochen, die zum Greifen nahe waren. Diese dekorative Kunst lässt sich auch in und an unserem Objekt des Monats sehr schön erkennen!

In der umfangreich präsentierten Kanalgeschichte im Nordflügel unseres Museums finden sich noch weitere Buddelschiffe. Kommen Sie vorbei!

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